Hilfe für Tier & Mensch e.V.
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Tier & Mensch im Abseits:
Persönliche Worte von Marianne Luge
„Die bekommen doch alle Futtergeld vom Staat und müssen noch nicht einmal Hundesteuer bezahlen. Die sollten mal lieber was schaffen gehen, als uns Steuerzahlern auf der Tasche zu liegen und den ganzen Tag zu saufen."

Diese Sätze höre ich oft - zu oft. Die Realität jedoch sieht anders aus.
Wohnsitzlose erhalten nur mit einer nachgewiesenen Postadresse Arbeitslosengeld II, und sie müssen davon dann auch – wie jeder brave Bürger – für all ihre Hunde Steuern zahlen. Futtergeld gibt es ebenfalls nicht – dies ist ein Märchen!
Wenn ich abends in meine geheizte Wohnung komme und meine Hunde auf ihrer Komfortdecke liegen sehe, kommen mir fast immer die Bilder der Wohnsitzlosen-Hunde in den Sinn: Sie liegen oft stundenlang geduldig im Freien auf eiskaltem Boden neben ihrem Herrn, der bei Wind und Wetter Geld schnorren muss, um seine Sucht zu finanzieren.
Wie oft habe ich den Impuls, diese Hunde einfach mitzunehmen und ihnen eine bessere Zukunft zu schaffen – aber was wird dann aus dem Menschen? Manchmal jedoch geht es auch nicht anders: von diesen unschönen Geschichten, die mit Drohungen und Gewalt, mit Polizei und Veterinäramt einhergehen, möchte ich an dieser Stelle im Detail lieber nicht berichten.
Das Leben auf der Straße ist hart, und der Hund mit seiner sozialen Kompetenz ist der meist der einzige Halt und die einzige wirkliche Orientierung für diese Menschen. Fast alle Gestrandete kommen aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Für sie ist der Hund ein Partner und oftmals die einzige Konstante und Sicherheit im Leben.
Menschen können sich mit Alkohol oder Drogen betäuben, Hunde nicht.
Nach jahrelanger Arbeit auf der Straße habe ich mich im März 2008 entschlossen, ABSEITS e.V. – Hilfe für Tier & Mensch zu gründen, um unter anderem den Tieren dieser Randgruppen beizustehen, denn diese Tiere befinden sich in einem luftleeren Raum – wer will denn ihnen schon helfen? Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Vereinsgelder AUSSCHLIESSLICH für notleidende Tiere ausgegeben werden, und selbstverständlich auch nicht nur für die Tiere dieser Randgruppen; der Verein unterstützt weder Wohnsitzlose noch Suchtkranke oder andere bedürftige Menschen in monetärer Weise!
Ihre Marianne Luge