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Hi, ich bin Gnom, ein stattlicher Rüde, der weiß, was er will!
Im Februar kam ich zu einer Pflegefamilie, in der schon 3 weitere Hunde lebten. Da dachte ich mir, denen werde ich schon zeigen, wer hier das Sagen hat, das hat ja bis jetzt immer geklappt. Ich bin es gewohnt, dass mich alle als Rudelführer akzeptieren. Ansonsten knurre ich und zeige mal meine Zähne. Ich bin ja schließlich Gnom. Selbst meine Menschen haben das immer akzeptiert!
Aber oh je, hier in der neuen Pflegefamilie sah das ganze nun ganz anders aus. Die Hündin, die dort bis anhin das Sagen hatte, wollte ihren Platz nicht hergeben. Sie hat mich zwar nie angeknurrt oder ihre Zähne gezeigt, aber von dem Platz des Rudelführers hat sie sich nicht vertreiben lassen. Und erst die beiden halbstarken Welpen, die verstehen wohl gar nichts: Die wollen sich einfach nicht unterwerfen, sondern immer nur spielen – die eine hat mich sogar gezwickt, dass mir drei Tage lang das Bein weh tat!
Und mein neues Frauchen auf Zeit, der gefällt es auch nicht, wenn ich knurre oder mein Machogehabe abziehe, sie verbietet mir das Knurren und ignoriert mich einfach, wenn ich nicht aufhöre. Dann ist sie einfach nicht davon zu überzeugen, dass sie doch mich streicheln soll und nicht die anderen.
Aber ich bin ja nicht dumm und Aufmerksamkeit mit vielen Streicheleinheiten sind mir sehr wichtig. Auch soll mein Frauchen ja stolz auf mich sein. Also hab ich mein Verhalten eben angepasst.
Inzwischen sagt mein Frauchen, dass ich mich schon sehr verändert habe – ich füge mich ins Rudel ein. Auch die anderen Hunde dürfen geknuddelt werden, ich bin ja schließlich auch mal dran. Wenn es mir zu viel wird und mich wieder die Eifersucht packt, dann schau ich einfach weg. Das gefällt meinem Frauchen und sie belohnt mich dafür mit Extra-Streicheleinheiten. Natürlich klappt das noch nicht immer, aber ich bin ja erst seit 4 Wochen hier!
Auch draußen bei der Begegnung mit fremden Menschen und Hunden bin ich viel viel ruhiger geworden, denn ich muss ja jetzt meine Menschen nicht mehr beschützen, das können die schon selbst.
Ich glaube, genau so muss es sein. Wenn ich dann einen definitiven Platz bekomme, wünsche ich mir auch wieder einen Menschen an der Seite, zu dem ich aufsehen kann, der mein Rudelführer ist, dem ich grenzenlos vertrauen kann, denn eigentlich bin ich ja gar nicht der Macho, für den mich immer alle gehalten haben.
Auch ich brauche die Beständigkeit bei lieben Menschen, die selber eine Ruhe ausstrahlen und deren Freundlichkeit auf mich übergeht!
Ich bin der Spiegel meines Herrchens oder Frauchens: Man sagt ja nicht umsonst, wie der Herr so der Hund!
Euer Gnom
Juni 2010:
Gnom hat inzwischen ein neues Zuhause gefunden, wo er sich sehr wohl fühlt. Wir freuen uns für ihn und wünschen ihm ein glückliches Hundeleben!