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Von Marianne Luge
19.10.2011
Bei meinem morgendlichen Spaziergang mit unseren Hunden, kam ich am Wochenende an einem Anwesen vorbei. In einem kleinen und völlig eingekoteten Zwinger auf dem Grundstück saß eine junge Schäferhündin und tippelte unruhig zwischen den Kothaufen hin und her.
Ich war so geschockt von diesem Anblick, dass ich am Nachmittag gleich noch einmal hing ging. Die Schäferhündin saß nun auf einem Brett im Zwinger in geduckter Haltung und zitterte. Ob in dem kleinen Unterschlupf nebenan genügend Wasser zur Verfügung stand, blieb ungewiss. Eine wärmende Decke gab es auch nicht. Einen weiteren Kontrollgang machte ich gegen 18 Uhr, die Hündin kauerte immer noch bei feuchtkühler Witterung auf dem Brett, zitterte und machte einen resignierten Eindruck, mich nahm sie kaum wahr.
Beim nächsten Rundgang um 20 Uhr saß die Hündin immer noch im Zwinger, heulte, als ich vorbei kam und schlug mit den Vorderpfoten gegen die Zwingertüre.
Ich war nun so angespannt, dass ich bei der Familie klingelte. Die Bewohner zuckten mit den Schultern und es kam zu einer unangenehmen Auseinandersetzung.
Abseits e.V. hat nun bei der Polizei Anzeige wegen Verstoß gegen die gesetzlichen Mindestanforderungen einer artgerechten Hundehaltung und Entwürdigung der Hündin erstattet. Auch das Veterinäramt ist informiert.
Was mich besonders traurig macht ist die Tatsache, dass die Nachbarn, die tagtäglich das Elend dieser armen Schäferhündin im viel zu engen, verkoteten Zwinger sehen, keine Empörung empfinden und einfach wegschauen. Wie soll unsere Gesellschaft bei so viel Gleichgültigkeit gesund bleiben?
Abseits e.V. bleibt in dieser Angelegenheit unversöhnlich und wird erst dann Ruhe geben, wenn diese arme Schäferhündin ein artgerechtes Leben führen kann.
13.12.2011
Flori, die Zwingerhündin aus dem „idyllischen Schwarzwald“, darf jetzt in der Wohnung leben
Abseits e.V. hatte das Veterinäramt des Landkreises Hochschwarzwald eingeschaltet, da die Umstände, in denen Flori lebte, in keinster Weise artgerecht waren. Das Amt sah das genauso und legte strenge Auflagen zum Umbau des Zwingers fest. Daraufhin hat sich die Familie entschieden, Flori im Haus zu halten. Der zweijährigen Hündin geht es schon viel besser und sie wird jetzt auch regelmäßig ausgeführt.
Für Abseits e.V. ist das eine überraschende Wende. Wir denken, dass unsere Mitarbeiterin Manuela Weinreuter, die direkten Kontakt zur Familie aufnehmen konnte, diesen Erfolg für Flori erzielen hat. Sie wird auch in Zukunft durch überraschende Besuche und beständige Kontrollen die Lage der Schäferhündin überwachen.
Abseits e.V. bedankt sich bei seiner engagierten Mitarbeiterin Manuela Weinreuter!